Berlins Energiesenatorin Franziska Giffey (SPD) spricht bei der Pressekonferenz.
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Interview - Giffey (SPD): Berlin gewinnt Einfluss auf Versorgungssicherheit

Der Berliner Senat hat am Dienstag mitgeteilt, dass er das Fernwärmenetz für rund 1,6 Milliarden Euro von Vattenfall übernehmen will. Damit sei eine der wichtigsten energie- und klimapolitischen Weichenstellungen des Jahrzehnts gelungen, sagt Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD).

Berlin will sein Fernwärmenetz vom Stromanbieter Vattenfall zurückkaufen - für rund 1,6 Milliarden Euro. Das soll über Kredite in einem Nachtragshaushalt finanziert werden.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) ist zufrieden über die Entscheidung. "Das ist ein ganz großer Schritt für die Stadt", so Giffey. "Es geht darum, dass Berlin den Einfluss auf die Wärmeversorgung, auf die Versorgungssicherheit und auch auf die Preisstabilität gewinnt." Zwar könne man nicht ausschließen, dass die Preise steigen; das solle aber nicht stärker geschehen als unbedingt nötig.

Giffey: Unternehmen wird rentabel sein

 

Bei dem Kauf handele es sich um eine der wichtigsten energie- und klimapolitischen Weichenstellungen des Jahrzehnts, so die Senatorin. Aber kann sich Berlin diese überhaupt leisten? "Wir müssen ganz klar sagen: Es wird eine Darlehensfinanzierung sein (...), aber es wird auch ein sehr großer Unternehmenswert ins Land Berlin kommen", sagt Giffey. Die Risikoabschätzung gehe klar davon aus, dass das Unternehmen rentabel sein werde - "auch, wenn Investitionen nötig sind", so Giffey. Man habe schon sehr gute Erfahrungen gemacht, als Wasser und Strom wieder in Landeshand zurückgekommen seien.

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